Kommunikation in virtuellen Netzen

Freitag 7. August 2009 von Pla

Ein Interview mit Jörg Hoewner, Geschäftsführer von K12 – Agentur für Kommunikation und Innovation GmbH. Er wird auf der ImmoCom darüber sprechen, wie Unternehmen in virtuellen Netzen erfolgreich kommunizieren und dabei ihre Mieter mit einbinden können.

Was sind die häufigsten Fehler, die in der Kommunikation mit dem Kunden passieren?
Oft reden die Partner aneinander vorbei. Unternehmen machen sich zu viele Gedanken darüber, was sie gerne sagen wollen und vernachlässigen dabei, was ihr Kommunikationspartner wissen will.

Und was sind die entscheidenden Faktoren einer erfolgreichen Kommunikation?
Es kommt darauf an, die richtigen Inhalte zur richtigen Zeit in den richtigen Medien zu kommunizieren – nämlich denen, die die Kunden auch nutzen. Bestimmte Berufs- und Altersgruppen sind mittlerweile nur noch über das Internet und Mobilfunkdienste zu erreichen. In der Altersgruppe unter 19 Jahre spielen Fernseher und Printmedien eine untergeordnete Rolle. Das Mobiltelefon ist ihr Medium Nummer eins und das Internet ihr zweitwichtigstes Kommunikationsmittel. Ein ähnliches Nutzerverhalten zeigen qualifizierte Menschen aus anderen Ländern oder Investoren. Auch für diese Gruppen sind Netzwerkmedien das Kommunikationsmittel der Wahl.

Auf der ImmoCom werden Sie darüber sprechen, wie man virtuelle Netze für die Quartiersentwicklung nutzen kann. Was werden wir darüber erfahren?
Für mich ist das selbst ein neues, spannendes Thema. Es gibt im Internet ganz neue Darstellungsmöglichkeiten, komplexe Sachverhalte auf verschiedenen Ebenen darzustellen, beispielsweise als Visualisierung, als 3D-Welt, als Animation oder als Video. Sie können Nutzer interaktiv in Chats, Foren oder Networkingplattformen einbinden, Sie können virtuelle Arbeitsräume schaffen und Wissen in Wikis hinterlegen. All das bietet Möglichkeiten, die andere Medien so nicht zur Verfügung stellen.

Werden sie denn auch genutzt?
Es gibt erste digitale Stadtteil- und Quartierzeitungen und sogar digitale Bibliotheken, in denen Anwohner alles, was sie für lesenswert halten, als pdf Online zur Verfügung stellen. Es gibt erste Ansätze für Wikis, das sind Plattformen ähnlich wie Wikipedia, wo Texte von mehreren Nutzern bearbeitet werden können und die offen für alle sind. Mieter, aber auch Dienstleister von Wohnungsunternehmen können sich dort aktiv einbringen. In Hamburg gibt es ein Projekt, das Google-Earth nutzt, um auf dieser Karte Icons für Begegnungs- und Veranstaltungsorte zu hinterlegen, die von den Bewohnern erweitert und bearbeitet werden. Dabei bieten sich auch Verknüpfungen zu Wikipedia und zur eigenen Website an.

Wie kann man Mieter, Kooperationspartner und Dienstleister motivieren, sich daran zu beteiligen?
Indem man dort Informationen bietet, für die sich die Leute interessieren. Man muss den Leuten vermittelt, welchen Nutzen sie selbst und die Gemeinschaft davon haben. Und selber mit gutem Beispiel vorangehen. Außerdem sollte man die Hürden möglichst klein zu halten, indem man technische Infrastruktur zur Verfügung stellt, also zum Beispiel eine Blogsoftware oder ein Wiki anbietet. Betroffenheit motiviert, reicht aber nicht aus.

Das Interview führte Christine Plaß

Mehr Informationen zur Arbeit von K12 unter www.k-zwoelf.com/.

Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 7. August 2009 um 08:30 und abgelegt unter Allgemein, Interview. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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